ALLIGATOR MALANS

Neuer finnischer Stürmer für Alligator

Die Alligatoren geben die Verpflichtung eines neuen finnischen Stürmers bekannt. Es ist dies Kevin Nylund, der in der letzten Saison bei Westend Indians in der obersten finnischen Liga gespielt hatte. Dem 24-jährigen Stürmer gelangen in 26 Meisterschaftsspiele 17 Tore und 16 Assists. Mit diesen Werten war Nylund der drittbeste Skorer seines Teams. Seine Mannschaft erreichte als Siebtplatzierte die Playoffs und traf dort auf den späteren Meister Classic. Man unterlag diesem in fünf Spielen, Nylund gelangen in diesen fünf Partien aber acht Skorerpunkte (sechs Tore, zwei Assists). Seine Stärken sind gemäss Sportchef Hitz seine sehr gute Ballkontrolle und sein guter Schuss. Ausserdem ist er ein zuverlässiger Skorer. Ein wichtiges Kriterium war gemäss Hitz die Tatsache, dass Nylund Rechtsausleger ist. „Ich habe lange auf dem Schweizer Markt gesucht, aber keinen Rechtsausleger mit dem passenden Format gefunden“, erklärte der Malanser Sportchef. Deshalb habe er sich dann im Ausland umgesehen.

Der Finne ersetzt den Schweden Daniel Karlander, der nach zwei Saisons im Malanser Dress nach Schweden zurückkehren wird. An dieser Stelle herzlichen Dank an Daniel für seinen Einsatz und alles Gute für die Zukunft!

Weiterhin für die Malanser auflaufen wird der Schwede Oscar Eriksson-Elfsberg. Der Schwede hatte vor einem Jahr bei seiner Ankunft für eine Saison mit Option auf eine weitere unterschrieben. Diese Option wurde nun gezogen. Der grosse schwedische Center war in der Playoff-Halbfinal-Serie gegen die Grasshoppers mit sieben Toren und vier Assists der beste Skorer der Malanser und zeigte somit in der entscheidenden Phase der Saison seinen grossen Wert. Gemäss Sportchef Thomas Hitz war er ausserdem ein Spieler, der punkto Einsatz auch in den Trainings ein grosses Vorbild darstellte. Ausserdem konnte er seine Reichweite und seine grosse Spielintelligenz dazu nutzen, den Malanser mehr defensive Stabilität zu verleihen.

Bereits zuvor bekannt waren die Rückkehr des Finnen Jarkko Nurmela sowie die Abgänge von Harry Braillard (zu Rychenberg) und Kevin Bebi (zu Davos). Ausserdem waren bereits diverse Vertragsverlängerungen unter Dach und Fach, sodass die Kaderplanung bei den Alligatoren bereits weit fortgeschritten ist.

 

Alligator verpasst Superfinal

Spiel sieben in einem Playoffhalbfinal – Unihockeyherz, was begehrst du mehr? Wo nach sechs Duellen zweier Spitzenteams nur noch Wille, Kondition und Leidensfähigkeit über Sein oder Nichtsein entscheiden. Spannung bis in die Haarspitzen – das Momentum lag vor dem Spiel auf Bündner Seite, GC, hatte über Ostern einige Knacknüsse als Hausaufgabe zu erledigen.

Leider, aus Malanser Sicht, haben die Zürcher die entscheidenden Dinge auf die Belle hin richtig gemacht. Sie spielten deutlich solider und konzentrierter als zuletzt und konnten sich zwischen der 36. und 42. Minute entscheidend absetzen. Malans hatte einiges an Pech und Unvermögen im Abschluss zu beklagen. Die Alligatoren zeigten auch mit fünf Toren Rückstand ihren charakteristischen Willen zum Sieg, erzielten in der 44. Minute nach einer Passstafette durch Veltsmid das schönste Tor des Abends. Die Aufholjagd war lanciert, Fehlschüsse und GC-Torhüter Meier, der nun warmgeschossen war, hielten die Alligatoren auf Distanz.

Ins Spiel starteten beide Teams noch vorsichtig, während Malans in unveränderter Formation antrat, hatte GC-Coach Misini gleich in jeder Linie Änderungen vorgenommen. Je länger das Drittel dauerte, desto mehr lockten sich die Mannschaften aus der Defensive. Simon Nett vergab in der 10. Minute eine erste Riesenchance für Malans, er verfehlte nach schönem Zuspiel von Braillard das leere Tor. GC reagierte mit gefährlichen Konter und traf erst durch Rüegger den Pfosten und ging in der 16. Minute nach einem ebensolchen Gegenstoss durch Reusser in Führung. Offenkundig hatte GC eine tauglich Defensivstrategie gefunden – sie eroberten mehr Bälle in der Mittelzone als die Bündner und es war an Jonas Wittwer gelegen, mit wichtigen Paraden sein Team im Spiel zu halten.

Gegen Spielhälfte hin löste sich die erste Malanser Linie aus einer gewissen Lethargie, das Spiel bot nach der ersten Pause wenig Attraktives. Der Impuls zweier Torchancen von Berry und Hartmann ging auf das gesamte Alligatorenteam über – allerdings übertrieb es Nino Vetsch kurz darauf im Körperspiel, die Folge war die erste Zweiminutenstrafe gegen Malans. In Unterzahl entwischte Topskorer Dan Hartmann, setzte sich erst gegen den Zürcher Reusser durch und erzielte den Ausgleich im Nachsetzen gegen Nationalgoalie Meier (32`). Für Malans schien dieser Treffer wie eine Befreiung zu sein, GC konnte in dieser Überzahl nicht reüssieren. Vier Minuten später erzielte aber Fabrice Göldi für GC die erneute Führung. Gegen seinen Direktschuss war Jonas Wittwer im Malanser Tor machtlos. Nun folgten schwere Minuten in denen die Malanser erst Pech bekundeten (Berry bricht hinter dem eigenen Tor im Ballbesitz der Stock), und in der letzten Minute vor der Pause auch Undiszipliniertheiten (Elfsberg und Camenisch musste gleichzeitig auf der Strafbank Platz nehmen). Laubscher und Graf erzielten in doppelter Überzahl eine komfortable Führung. Als dann zu Beginn des Schlussdrittels weiderum Laubscher und Göldi mit einem Doppelschlag gegen kurzzeitig verunsicherte Alligatoren trafen, war das abrupte Saisonende für die Herrschäftler eingeläutet. Drei Treffer ins leere Bündner Tor sorgten am Ende für ein zu deutliches Skore zu Gunsten der Zürcher – was aber letztendlich keine Rolle mehr spielte.

Das Abschlussglück war heute nicht auf der Seite von Malans. Mit GC setzte sich daher ein nominell ausgezeichnet besetztes Team in einem Einzelspiel durch und steht im Superfinal. Bitter für die Malanserseele: die im Halbfinal auf den Punkt abgerufenen Spitzenleistungen reichten knapp nicht aus – Vorwürfe dürfen aber nicht gemacht werden. Der Trainerstab um Oscar Lundin verstand es, seine Spieler auf jede Herausforderung in dieser Saison treffend und taktisch variabel einzustellen. Die Mannschaft dankte es Staff und Fans mit Leidenschaft und bedingungslosem Einsatz bis zur letzten Sekunde am heutigen Ostermontag. Einer ausgezeichneten Saison fehlt somit die Krönung des Meistertitels – die Freude an einer herausragenden Teamleistung wird, mit etwas Distanz, bei Fans und Team einsetzen.

Grasshopper Club Zürich – UHC Alligator Malans 9:3 (1:0, 3:1, 5:2) Saalsporthalle, Zürich. 1568 Zuschauer. SR Wehinger/Zurbuchen. Tore: 16. B. Reusser (C. Zolliker) 1:0. 32. D. Hartmann 1:1. 36. F. Göldi (C. Meier) 2:1. 38. S. Laubscher (J. Rüegger) 3:1. 39. L. Graf (C. Laely) 4:1. 42. S. Laubscher (C. Laely) 5:1. 42. F. Göldi (N. Berlinger) 6:1. 44. L. Veltsmid (S. Nett) 6:2. 49. M. Karlander (O. Eriksson-Elfsberg) 6:3. 57. J. Rüegger (S. Laubscher) 7:3. 59. F. Göldi (C. Meier) 8:3. 60. C. Meier 9:3. Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Grasshopper Club Zürich. 3mal 2 Minuten gegen UHC Alligator Malans.

Alligator Malans: Wittwer; Berry, Veltsmid; Camenisch, Obrecht; Tromm, Braillard; Hartmann, Friolet, Buchli; Eriksson-Elfsberg, Karlander, Bärtschi; Vetsch, Holenstein, Nett.

Ersatz: Bebi, Vogt, Capatt, Tarnutzer, Thöny, Gartmann.

Von Thomas Rentsch

Das Entscheidungsspiel ist Tatsache!

Alligator Malans musste in der Playoff-Serie gegen die Grasshoppers häufig nach dem Startdrittel einem Rückstand nachrennen, oder zumindest GC zu Beginn das Spieldiktat überlassen. Ganz anders bei der sechsten Playoff-Partie. Die Malanser wirkten vor einer tollen und stimmungsvollen Zuschauerkulisse von Beginn weg zu 100 Prozent vom Serienausgleich überzeugt. Die Malanser gaben keinen Ball verloren und waren das spielbestimmende Team in den ersten 20 Minuten. Die Alligatoren hätten gut und gerne mit drei oder vier Toren führen können, ohne dass sich die Zürcher hätten beklagen können. Stattdessen stand es aber nach dem Startabschnitt „nur“ 2:1 aus Sicht der Alligatoren. Besonders zu überzeugen vermochte dabei die nominell zweite Formation rund um Daniel Karlander, Oscar Eriksson-Elfsberg und Jo Dennis Bärtschi. Sie zeichneten sich für beide Tore verantwortlich und spielten sich fast bei jedem Einsatz gute Chancen heraus. Sowohl das Tor von Karlander in der zehnten, als auch der Treffer von Eriksson-Elfsberg in der 17. Minute wurden aus dem Slot und nach tollen Passkombination erzielt.

Ab dem Mitteldrittel war dann aber auch GC in der Partie angekommen. Beide Mannschaften legten ihren Fokus nun doch etwas mehr auf die Defensive. Trotzdem wurde den mehr als 1000 Zuschauern ein toller Playoff-Fight geboten. Die Emotionen kochten immer wieder hoch, trotzdem blieb auch Raum für faire Aktionen wie jene von GC-Stürmer Joel Rüegger, der nach einem Ball, welcher hinter dem Malanser Tor ins Aus ging, eine Entscheidung der ansonsten stark pfeifenden Schiedsrichterinnen korrigierte und zugab, dass er den Ball zuletzt berührt hatte. Trotz defensiverem Spiel gab es auch im zweiten Abschnitt zwei Tore zu vermelden: Zuerst traf Benjamin Reusser in der 26. Minute aus spitzem Winkel von der rechten Seite zum 2:2, kurz vor Drittelsende war es dann zum zweiten Mal an diesem Abend Daniel Karlander, der aus fast identischer Position wie zuvor Reusser zum wichtigen Führungstreffer einschoss.

Doch ein Tor Differenz ist im Unihockey bekanntlich noch keinerlei Sicherheit bei einem noch ausstehenden Drittel. Dies dachte sich in der 42. Minute auch Markus Holenstein und erhöhte das Verdikt nach einem Ballgewinn in der Mittelzone kurzerhand auf 4:2. Nationalmannschafts-Torhüter Pascal Meier sah nicht allzu gut aus. Holenstein konnte es egal sein. Und nicht einmal zwei Zeigerumdrehung später bebte die Halle endgültig. Oscar Eriksson-Elfsberg haute den Ball nach einem Freistoss haargenau unter die Latte. Etwas Spannung zurück kehrte dann in der 50. Minute, als Rüegger nach schöner Vorlage von Claudio Laely in Überzahl das 5:3 erzielte. Sie nutzten die Unordnung in der Box nach einem Malanser Ballverlust aus. Ein weiteres Boxplay überstanden die Alligatoren dann unbeschadet. Danach standen noch etwas mehr als drei Minuten auf der Anzeigetafel. GC nahm sein Timeout und ersetzte bereits den Torhüter durch einen sechsten Feldspieler. Doch die Malanser liessen nichts mehr anbrennen und haben sich somit eine Belle am Ostermontag erarbeitet und ist nun nur noch ein Spiel vom Einzug in den Superfinal entfernt.

 

Das sagt Cheftrainer Oscar Lundin: Die Fans waren unser zusätzlicher Spieler, es war eine unglaubliche Stimmung  in der Halle. Wir haben ein gute erste Periode gemacht, die uns in eine gute Position gebracht hat. Mein Gefühl ist, dass wir 5 gegen 5 einen kleinen Vorteil haben. Aber am Montag ist es ein komplett neues Spiel und GC wird bereit sein. Wir müssen demütig sein und bereit sein, härter als sie zu arbeiten. Und ich denke, wir haben ein paar Prozente mehr mit Hilfe von unseren Fans.

UHC Alligator Malans vs. GC Unihockey 5:3 (2:1, 1:1, 2:1)

MZH Lust Maienfeld, 1000 Zuschauer (ausverkauft), SR Zurbuchen/Wehinger

Tore: 10. Karlander (Bärtschi) 1:0, 17. Eriksson-Elfsberg (Karlander) 2:0, 19. Rüegger (Meier) 2:1, 26. Reusser (Laely) 2:2, 39. Karlander (Camenisch) 3:2, 42. Holenstein (Braillard) 4:2, 44. Eriksson-Elfsberg (Obrecht) 5:2, 50. Rüegger (Laely) 5:3

Strafen: GC Unihockey 1×2 Minuten, Alligator Malans 3×2 Minuten

Alligator Malans: Wittwer; Berry, Veltsmid; Camenisch, Obrecht; Braillard, Tromm; Hartmann, Buchli, Friolet; Eriksson-Elfsberg, Karlander, Bärtschi; Holenstein, Nett, Vetsch;

Ersatz: Vogt, Tarnutzer, Gartmann, Thöny, Capatt, Bebi,

Bemerkungen: 56.48. Timeout Grasshoppers, danach ohne Torhüter

Beste Spieler: Holenstein für Alligator Malans, Graf für GC Unihockey

 

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