ALLIGATOR MALANS

Alligator verpasst Superfinal

Spiel sieben in einem Playoffhalbfinal – Unihockeyherz, was begehrst du mehr? Wo nach sechs Duellen zweier Spitzenteams nur noch Wille, Kondition und Leidensfähigkeit über Sein oder Nichtsein entscheiden. Spannung bis in die Haarspitzen – das Momentum lag vor dem Spiel auf Bündner Seite, GC, hatte über Ostern einige Knacknüsse als Hausaufgabe zu erledigen.

Leider, aus Malanser Sicht, haben die Zürcher die entscheidenden Dinge auf die Belle hin richtig gemacht. Sie spielten deutlich solider und konzentrierter als zuletzt und konnten sich zwischen der 36. und 42. Minute entscheidend absetzen. Malans hatte einiges an Pech und Unvermögen im Abschluss zu beklagen. Die Alligatoren zeigten auch mit fünf Toren Rückstand ihren charakteristischen Willen zum Sieg, erzielten in der 44. Minute nach einer Passstafette durch Veltsmid das schönste Tor des Abends. Die Aufholjagd war lanciert, Fehlschüsse und GC-Torhüter Meier, der nun warmgeschossen war, hielten die Alligatoren auf Distanz.

Ins Spiel starteten beide Teams noch vorsichtig, während Malans in unveränderter Formation antrat, hatte GC-Coach Misini gleich in jeder Linie Änderungen vorgenommen. Je länger das Drittel dauerte, desto mehr lockten sich die Mannschaften aus der Defensive. Simon Nett vergab in der 10. Minute eine erste Riesenchance für Malans, er verfehlte nach schönem Zuspiel von Braillard das leere Tor. GC reagierte mit gefährlichen Konter und traf erst durch Rüegger den Pfosten und ging in der 16. Minute nach einem ebensolchen Gegenstoss durch Reusser in Führung. Offenkundig hatte GC eine tauglich Defensivstrategie gefunden – sie eroberten mehr Bälle in der Mittelzone als die Bündner und es war an Jonas Wittwer gelegen, mit wichtigen Paraden sein Team im Spiel zu halten.

Gegen Spielhälfte hin löste sich die erste Malanser Linie aus einer gewissen Lethargie, das Spiel bot nach der ersten Pause wenig Attraktives. Der Impuls zweier Torchancen von Berry und Hartmann ging auf das gesamte Alligatorenteam über – allerdings übertrieb es Nino Vetsch kurz darauf im Körperspiel, die Folge war die erste Zweiminutenstrafe gegen Malans. In Unterzahl entwischte Topskorer Dan Hartmann, setzte sich erst gegen den Zürcher Reusser durch und erzielte den Ausgleich im Nachsetzen gegen Nationalgoalie Meier (32`). Für Malans schien dieser Treffer wie eine Befreiung zu sein, GC konnte in dieser Überzahl nicht reüssieren. Vier Minuten später erzielte aber Fabrice Göldi für GC die erneute Führung. Gegen seinen Direktschuss war Jonas Wittwer im Malanser Tor machtlos. Nun folgten schwere Minuten in denen die Malanser erst Pech bekundeten (Berry bricht hinter dem eigenen Tor im Ballbesitz der Stock), und in der letzten Minute vor der Pause auch Undiszipliniertheiten (Elfsberg und Camenisch musste gleichzeitig auf der Strafbank Platz nehmen). Laubscher und Graf erzielten in doppelter Überzahl eine komfortable Führung. Als dann zu Beginn des Schlussdrittels weiderum Laubscher und Göldi mit einem Doppelschlag gegen kurzzeitig verunsicherte Alligatoren trafen, war das abrupte Saisonende für die Herrschäftler eingeläutet. Drei Treffer ins leere Bündner Tor sorgten am Ende für ein zu deutliches Skore zu Gunsten der Zürcher – was aber letztendlich keine Rolle mehr spielte.

Das Abschlussglück war heute nicht auf der Seite von Malans. Mit GC setzte sich daher ein nominell ausgezeichnet besetztes Team in einem Einzelspiel durch und steht im Superfinal. Bitter für die Malanserseele: die im Halbfinal auf den Punkt abgerufenen Spitzenleistungen reichten knapp nicht aus – Vorwürfe dürfen aber nicht gemacht werden. Der Trainerstab um Oscar Lundin verstand es, seine Spieler auf jede Herausforderung in dieser Saison treffend und taktisch variabel einzustellen. Die Mannschaft dankte es Staff und Fans mit Leidenschaft und bedingungslosem Einsatz bis zur letzten Sekunde am heutigen Ostermontag. Einer ausgezeichneten Saison fehlt somit die Krönung des Meistertitels – die Freude an einer herausragenden Teamleistung wird, mit etwas Distanz, bei Fans und Team einsetzen.

Grasshopper Club Zürich – UHC Alligator Malans 9:3 (1:0, 3:1, 5:2) Saalsporthalle, Zürich. 1568 Zuschauer. SR Wehinger/Zurbuchen. Tore: 16. B. Reusser (C. Zolliker) 1:0. 32. D. Hartmann 1:1. 36. F. Göldi (C. Meier) 2:1. 38. S. Laubscher (J. Rüegger) 3:1. 39. L. Graf (C. Laely) 4:1. 42. S. Laubscher (C. Laely) 5:1. 42. F. Göldi (N. Berlinger) 6:1. 44. L. Veltsmid (S. Nett) 6:2. 49. M. Karlander (O. Eriksson-Elfsberg) 6:3. 57. J. Rüegger (S. Laubscher) 7:3. 59. F. Göldi (C. Meier) 8:3. 60. C. Meier 9:3. Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Grasshopper Club Zürich. 3mal 2 Minuten gegen UHC Alligator Malans.

Alligator Malans: Wittwer; Berry, Veltsmid; Camenisch, Obrecht; Tromm, Braillard; Hartmann, Friolet, Buchli; Eriksson-Elfsberg, Karlander, Bärtschi; Vetsch, Holenstein, Nett.

Ersatz: Bebi, Vogt, Capatt, Tarnutzer, Thöny, Gartmann.

Von Thomas Rentsch